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Visconti-Sforza Tarot

Tarot wird verstanden als eine Familie von Kartendecks. Meistens   besteht   ein   Deck   aus   78   Karten,   die   sich  in   vier Spielfarben („Suits“) – normalerweise Stäbe, Kelche, Schwerter und Pentakel oder Münzen   (10 Zahlenkarten und 4 Hofkarten in jeder Farbe) und 22 Große Arkana oder Trumpfkarten aufgliedern. Es gibt aktuell ungefähr 1000 Decks auf dem Markt und dazu kommen noch viele vergriffene, rare und Sammlerdecks.

Obwohl   seine   Entstehung   für   das   frühe   15.Jahrhundert nachgewiesen ist, wird in vielen Büchern geschrieben, dass er schon bei den “Alten…(vorzugsweise Ägyptern) in Gebrauch war. Das wird dann reichlich mit Ideen, deren faktischer Inhalt unüberprüfbar ist ergänzt, was dazu führt, dass Tarot und diese Ideen eng miteinander verschmolzen werden.

Die frühesten Bezeichnungen für den Tarot kommen aus Italien. Ursprünglich wurden die Karten als carte da trionfi (Karten der Triumphe) bezeichnet aber ca. 1530 (etwa 100 Jahre nach der Entstehung der Karten) begann man, sie tarocchi zu nennen, um die Tarotkarten zu unterscheiden von einem neuen Spiel der Triumphe, das mit einfachen Spielkarten gespielt wurde.

In den Karten sieht man tatsächlich einige direkte Beispiele der Triumphe – der Prozession von Wagen – wie sie bei den Festivals in Italien zu jener Zeit üblich waren: z. B. den “Wagen” und die “Hofkarten”.  Von früh an wurden die Karten benutzt, um die Tugenden, die freien Künste und Wissenschaften und andere erstrebenswerte Ideen abzubilden. Man könnte sagen, dass die Karten ursprünglich zu pädagogischen Zwecken wie der Selbstentwicklung dienen sollten, aber auch das ist nicht erwiesen.

Es gibt keine Beweise, dass die Karten vom ‚fahrenden Volk’ benutzt wurden,   aus   Ägypten   stammen   oder   vor   1700   zur Divination genutzt wurden, auch wenn die populäre Überlieferung besagt, dass die Karten “alte Lehren” aus unvordenklichen Zeiten verkörpern. Erst als 1781 eine Pseudo-Verbindung zwischen dem hebräischen Alphabet und dem Tarot von Comte de Mellet, in Antoine Court de Gébélins Le Monde Primitif veröffentlicht wurde begannen esoterisch Interessierte damit, in den Karten okkulte Lehren zu entdecken.

Die früheste Liste der 22 großen Arkana findet sich in einer lateinischen Predigt gegen die Karten, die von einem Mönch um 1450-1470 geschrieben wurde. Der Text wird als Steele-Predigt bezeichnet, da er zu der Sammlung von Robert Steele gehört.

[Dieser Abschnitt, den wir sehr wichtig finden und deshalb in unsere Kurse und unsere Booklets und Bücher einbeziehen,  stammt aus Tarosophy von Marcus Katz].